Die Geschichte meines E36

Hervorgehoben

Nachdem das E30 Cabrio in die Jahre gekommen war und unter der hohen Kilometerleistung so gelitten hatte, dass nur eine grundlegende Restaurierung die Nutzbarkeit wiederherstellen konnte. musste Ersatz her. Natürlich stand nichts anderes als ein viersitziges Cabriolet auf der Liste. BMW war durch die guten Erfahrungen gesetzt und den Fehler, einen mit einem kleinen Motor zu wählen, wollte ich nun auch nicht mehr machen. Ein Neuwagen kam aus mehreren Gründen nicht in Frage. Zum ersten gefiel mir die rundliche Form des E46 nicht besonders, zum zweiten war der Kofferraum zu klein und zum dritten der Einstandspreis zu hoch. Also ging ich auf die Suche nach einem E36 mit dem 2,8l-Motor.

Zu der Zeit waren diesen Fahrzeuge auch noch im Bestand der BMW-Gebrauchtwagenvermittlung und da hatte ich schnell das passende gefunden, mit niedriger Ausstattung und geringer Laufleistung. Allerdings stand der Wagen in München und arbeitsbedingt war es mit nicht möglich, kurzfristig dort hinzufahren. Die Bemerkung der BMW-Mitarbeiterin, die Autos, die sie vermitteln würden, wären alle in ausgezeichnetem Zustand und einen Neuwagen würde man ja auch nicht erst probefahren, bevor man ihn übernimmt, habe ich zwar zur Kenntnis genommen, war aber dann nicht mutig genug, den ungesehen zu kaufen. Also ich dann nach einigen Tagen doch dazu bereit war, war das Auto natürlich schon verkauft.

Also habe ich weitergesucht und recht schnell einen passenden in Essen bei einem Mercedes-Händler gefunden. Laufleistung, Gesamtzustand und Preis entsprachen genau meinen Vorstellungen. Da war allerdings die Farbkombination: grüner Lach, grünes Dach und eine Lederausstattung in Safran. Letztlich hat genau das mich dann überzeugt, da es sich von den silbernen, schwarzen und roten Cabrios deutlich absetzen. Warum nicht ein Auto mit eigenen Akzenten. Also wurde der Wagen gekauft.

Der Wagen hat überzeugt, sodass sich meine Frau auch ein E36 Cabrio 320i kaufte und viele Jahre benutzte, bis er mit einem Kilometerstand von 330.000km von unserer Tochter durch einen Unfall zerstört wurde.

Das D-Netz-Telefon

Kann man ein zwanzig Jahre altes D-Netztelefon im Auto weiter nutzen? Die Frage stellte sich, nachdem der E36 wieder auf der Straße war. Zum ausprobieren braucht man eine SIM-Karte, aber die wirklich preiswerten Angebote nutzten lange nur das E-Netz. Zum Glück hat sich das in der letzten Zeit geändert und das Prepaid-Angebot von Congstar mit 0,00 Euro Grundgebühr war genau die richtige Grundlage für einen Versuch. Die angelieferte Karte war allerdings zu klein, das große Kartenformat, dass das Telefon verlangt, wird wohl nicht mehr verschickt. Eine alte Karte und etwas Klebeband haben das Problem schnell gelöst. Der erste Versuch ging allerdings schief, das Telefon meldete „SIM-Karte prüfen“. Lag es daran, dass das Telefon eine 5V-Karte braucht ,die neuen aber 3V oder 1,5V-Karten waren. Nein, ich hatte sie einfach nur falsch herum eingesteckt: Der Chip muss nach oben zeigen. Kaum drin, meldet sich das Telefon an:

Arbeiten + Aufrüstungen, erledigt und anstehend

Aufrüstungen:

AUX-Anschluss an das Becker Traffic Pro, Einbau einer Klinkenbuchse in die leere linke Blende der Mittelkonsole

Geplant:

Klimaanlage

USB-Buchse
Andere Räder:

Styling 29 geschraubt
Styling 42 geschraubt,
7,5×17 vorne 225/45R17 ET 41
8,5×17 hinten 245/40R17mET 411

Arbeiten:

Revision des Motors und der Kühlung – erledigt

Leder aufbereiten

Grundreinigung innen

Wiederbelebung

Nach einer längeren Standzeit wollte ich den 328i zumindest einmal anlassen, aber er will nicht laufen. Die erste Vermutung war ja: altes Benzin. Also habe ich alles aus dem Tank abgepumpt. Dazu mussten die Pumpe und den Tankgeber ausgebaut werden, da der Zugriff durch das Einfüllrohr nicht möglich ist. Mit einer Handpumpe habe ich dann den Tank entleert und neues Superplus eingefüllt, dazu habe ich Reiniger, leider ohne Erfolg. Also muss es einen anderen Grund geben.
Die folgenden Punkte habe ich anschließend geprüft:
Die Benzinversorgung – Die Benzinpumpe läuft an, wenn man die Zündung einschaltet. Also sind Sicherung, Relais und Freigabe der DME OK. Der alte Treibstoff würde weitestgehend abgepumpt und durch frisches Superplus ersetzt.
Die Zündung – wenn ich Startpilot in den Ansaugtrakt spritze, dann springt er kurz an und kann auch durch kürze weitere Spritzer im Leerlauf gehalten werden. Sobald ich damit allerdings aufhöre, stirbt der Motor ab.
Den Fehlerspeicher – da steht nichts drin.


Laut diverser Foren können auch die Einspritzventile hängen. Zum Säubern habe ich mir ein kleines Werkzeug aus einem Blinkerrelais, einer 9V-Batterie und einem Stecker für die Einspritzventile gebaut. Damit wird das Ventil getacktet, wären es im Ultraschallbau mit Spiritus gereinigt wird. Ergebnis: die Ventile sind sauber ,aber der Wagen springt immer noch nicht an.
Bleibt noch, den Benzindruck zu prüfen – und genau das war es, der Druckregler sperrt – was man am fehlenden Treibstoff in der Verteilerleiste der Einspritzventile schon vorher hätte erkennen können. Hinterher ist man immer schlauer. Nun lief er.


Inzwischen sind auch der Luftfilterkasten mit Schnorchel und die beiden Motorabdeckungen eingetroffen und montiert, die kurzfristig mögliche Hauptuntersuchung hat er ohne Mängel bestanden.

Das nicht identifizierbare Plastikteil erweist sich als Abdeckung, die den Frontspoiler vor dem Vorderrad mit der Radkastenabdeckung verbindet, die Aerodynamik verbessert und dem Belüftungskanal für die Vorderradbremsen Halt gibt. Das vorhandene Teil ist allerdings recht mit genommen, ein zweites für die andere Fahrzeugseite fehlt. Da die Teile aber noch lieferbar und mit rund 36 Euro auch überraschend preiswert sind, habe ich gleich zwei neu inklusive aller Befestigungsteile bestellt und montiert. Jetzt ist der Wagen wieder vollständig und es ist eine Freude, ihn zu fahren.

Die große Revision

Der BMW stand aber immer noch im Airolo und es gab keinen Plan, wie es den weitergehen sollte.
Kostenvoranschlag: Zylinderkopfdichtung defekt, Reparaturkosten gut 2600 Franken – schweizer Preise. Dazu kommt, dass der Schaden nicht so aussah, eher die Wasserpumpe und der Kühler.. Mein Vertrauen in die Werkstatt war also nicht groß genug, die Arbeit dort zu beauftragen. Dazu kommt, dass auch noch eine längere Reise zum Abholen des Wagen erforderlich gewesen wäre. Mein Wunsch war es daher, den Wagen zurück transportieren zu lassen. Hilfe dabei vom ADAC? Natürlich nicht. Also habe ich das selbst organisiert, für 400€ stand der Wagen dann endlich wieder in Linz. Nun ging es an die Wiederbelebung: Kühler, Viskolüfter, Wasserpupe neu. Ein schnell besorgter Ersatzmotor passte nicht und wurde wieder zurückgegeben. Damit stand fest, der Originalmotor wird revidiert, und auch gleich vollständig. Der bevorzugte Motorenbauer meiner Werkstatt rief allerdings volle 5000€ dafür aus. Das war mir dann doch zu teuer und im BMW-Treff meldete sich schnell jemand, der das für die Hälfte machen wollte, mit erstklassigen Referenzen aus dem Form. Also habe ich den inzwischen komplett zerlegten Motor abgeholt und mit dem Buick dorthin gebracht.

Das Motorpuzzle

Die Motorrevision erwies sich dann als überschaubar, alle Dichtungen, Ventile und Lager wurden durch Neuteile, die Laufbuchsen gehohnt. Familiäre Gründe meines Motorenbauers verzögerten die Fertigstellung allerdings, aber da ich ja noch genug andere Fahrzeuge habe, war das kein wirkliches Problem.

Schließlich war es dann soweit. Per Anhänger kam der Motor zurück und wurde wieder eingebaut, in der Hoffnung, das der Wagen nun wieder einsattbereit sein würde. Für den Aus- und Einbau des Motors, der neuen Teile rund um die Kühlung etc fielen noch einmal 2100 € an.

Gut vertäut auf dem Hänger
Und bereit für den Einbau
drin

Dann kam die große Enttäuschung: Der Motor dreht nicht. Enttäuschung bei mir, Entsetzen bei Motorenbauer. Wir hatten den doch bei der Abholung per Hand gedreht. Also habe ich das Auto per Anhänger zurück nach Viersen gebraucht. Nach Demontage des Getriebes war der Grund schnell gefunden: Eine Schraube vom Schwungrad hatte sich gelöst und verkeilt. Dann machte der Nochenwellensensor noch Probleme, aber schließlich lief der Wagen.
Hurra. Leider hatte es meinen Motorenbauer inzwischen nach Bayern verschlagen, wo seine Frau in der Reha war und bedingt durch Corona usw. fest saß. Ein Abholen war auf Monate nicht möglich. Im April war es dann endlich so weit. Da der Wagen nun schon über ein Jahr stand, hatten sich neue Probleme ergeben, die eine Überführung auf eigener Achse nicht möglich machten. Vermutlich zu alter Sprit verhinderte, dass er ansprang, die Batterie war tot und der TÜV war inzwischen auch schon eine Weile abgelaufen. Aber wozu gibt es Anhänger, ich wolle ihn zu hause haben um mich dann um diese Probleme selbst kümmern zu können.
Schließlich habe ich ihn Mitte April 2020 endlich abholen können und erst einmal am Leetor geparkt. Die erste Durchsicht war leider ernüchternd. Durch die Aufenthalte in diversen Werkstätten und wiederholten Ein- und Ausbau des Motors fehlen die Abdeckungen für den Motor, der Luftfilterkasten und der Schnorchel , dazu ist die Batterie platt und ein unidentifizierbares Plastikteil liegt im Kofferraum.

Was ist das?

Der Vorfall im Gotthardtunnel

  1. Mai 2018 – Rainer und ich sind auf dem Weg zum Concorso nach Cernobbio. Da wir auf sonniges Wetter hoffen, haben wir meinen E36 328 genommen. Hinter Basel steht die Entscheidung an: Gotthard-Tunnel oder über Zürich und den St-Bernadino-Tunnel ins Tessin. Da der Verkehrsfunk keine Probleme vor dem Gotthardtunnel meldet, wählen wir die kürzere und schnellere Route. Leider erweist sich das als fatal, denn es gibt doch den üblichen Stau vor dem Tunneleingang. Im Schritttempo quälen wir uns voran, und die langsam steigende Temperaturanzeige lässt nicht Gutes ahnen, besonders, da die Heizung nicht senkend hilft sondern nur kalte Luft ins Auto bläst. Dann endlich sind sind im Tunnel und können zügig weiterfahren, aber die Situation wird nicht besser, bis auf einmal alle Lampen angehen, der Motor dafür ausgeht und wir es gerade noch so in eine Haltebucht schaffen.
    Unter dem Auto bildet sich eine Pfütze, das sieht nicht gut aus. Also rufen wir Hilfe, die nach mehr als einer Stunde kommt, den Wagen auflädt und uns nach Airolo in eine Werkstatt bringt. Dort habe ich dann erst einmal versucht, mit dem ADAC Kontakt aufzunehmen. Da ich schon lange Plus-Mitglied bin, hoffe ich auf Unterstützung und Hilfe – und bekomme nicht außer Kosten, da ich von der Schweiz aus nach Deutschland über mein Mobiltelefon anrufe. Der Mitarbeiter an der Hotline spricht kein gutes Deutsch und entweder versteht er meine Situation nicht, oder es ist Taktik des ADAC, um so die Kosten zu drücken. Der erste Vorschlag ist der, den ich immer wieder gehört habe: Das Auto ist alt, die Reparaturkosten sind hoch, wir bieten ihnen die kostenlosen Verschrottung an. Ist das eine Frechheit oder fehlende Kompetenz? Mein E36 329i ist extrem gepflegt, hat nur 230.000km auf der Uhr (der meiner Frau ist bei 330.000km bei einem Unfall gestorben, da war also noch reichlich Laufleistung zu erwarten), die Preise für den großen Sechszylinder sinken schon lange nicht und das Potential an zukünftiger Klassiker wird jeder in der Szene bestätigen.
    Also: kein Verschrotten, sondern Reparatur – für das weitere Vorgehen will der ADAC aber ein Gutachten von der Werkstatt sehen. Das kann dauern, also bleibt nur, die Abschleppkosten (490 Franken) selbst zu bezahlen, Bedenkzeit zu erbitten und dann nach Hilfe bei der Weiterreise zu fragen. Hier kommt von ADAC – nichts, man lässt uns mit dem Hinweis, man hätte auch keine Idee, einfach in Regen stehen. Leihwagen gibt es vor Ort keine, also bleibt nur, ein Taxi zu bestellen, das uns zum Bahnhof bringt und zu hoffen, dass wir von dort wegkommen. Nach einer Stunde kommt ein Zug, der uns nach Bellinzona bringen wird, und dort gibt es vielleicht Anschluss nach Como, wo wir ein Hotel reserviert haben.
    In Bellinzona kommen wir nach 20:00 an, unsere erste Idee, nun einen Mietwagen zu buchen und damit weiterzufahren, lässt sich nicht umsetzen, alle Läden sind schon geschlossen. Aber es gibt einen Zug, der uns nach Como bringt. Wir kaufen ein Ticket im Internet, gehen zum Bahnsteig und müssen lesen, dass der Zug gut eine Stunde Verspätung hat. Die geplante Ankunftszeit in Como ist kurz vor 24:00, die Rezeption schließt allerdings schon um Mitternacht. Zu Glück gibt es immerhin WLAN auf dem Bahnsteig, sodass wir per Email unsere späte Ankunft ankündigen können und gleich auch ein Auto für die kommenden Tage und einen Rückflug von Mailand nach Köln buchen können.
    In Como schaffen wir es dann gerade noch pünktlich ins Hotel. Am nächsten Morgen holen wir den Wagen ab und ab da kehrt etwas Ruhe ein. Der Concorso ist gewohnt schön, das Wetter prächtig und die Abendessen sind ein Genuss.
    Am Sonntag Nachmittag sind wir rechtzeitig in Malpenza, geben das Auto ab und gehen zum Checkin. Hier herrscht Chaos, da die Fluglotsen in Frankreich streiken. Das solle ja bei einem Flug von Italien über die Schweiz nach Deutschland kein Problem sein – ist es überraschenderweise aber: alle Flüge sind anuliert. Wir stehen als in einer langen Schlange vor dem Schalter und niemand gibt irgendwelche Informationen darüber, welche Option es gibt, doch noch nach Hause zu kommen. Selbst für die Montag-Morgen-Flüge will man keine Garantie übernehmen, da die Auswirkungen des Streiks keine seriöse Planung für den kommenden Tag zulassen. Es wir langsam Abend und es gibt keinen Plan. Hotels: ausgebucht, Züge: erst am nächsten Morgen mit einer Fahrzeit von ca. 10 Stunden. Flixbus: es sind nur noch drei Platze frei und man müsste in 45 Minuten am Busbahnhof in der Stadt sein. Also beginnen die Diskussionen in der Warteschlange – we muss wo hin, was kann man tun? Wir finden 4 weitere Reisende, die nach Köln und Bonn möchten und entscheiden: einer geht und versucht, keinen Kleinbus in Einwegmiete zu bekommen. Parallel klären wir mit dem Schalterpersonal, welche Rückerstattung wir erwarten können. Und schließlich haben wir Glück: es gibt noch einen Vito, und die Kosten, geteilt dich 6, werden durch die Kompensation der Luftlinie gedeckt. Der Wagen ist allerdings in einem üblen Zustand, voller Unfallschäden. Wir fotografieren also erst einmal alles im Detail und lassen das vom Personal der Mietwagenfirma genau so bestätigen, was zu einer weiteren Verzögerung führt. Kurz vor Mitternacht sind wir dann endlich auf der Straße. Die weitere Fahrt ist überraschend ereignislos, gegen Mittag sind alle Mitreisenden an ihrem Bestimmungsort abgeliefert und der Wagen ist zurückgegeben. Wie erwartet nicht ohne Diskussion wegen der vielen Schäden. Wie gut, dass wir Vorsorge für den Fall getroffen haben. Alle entstandenen Kosten –Abschleppkosten, Taxi, Bahn, Mietwagen in Como, Flug/Mietwagen für die Heimreise habe ich selbst bezahlen dürfen, und auch bei der ganzen Organisation gab es keinerlei Hilfe vom ADAC.