21.12.2022 – Bestandsaufnahme, anstehende Arbeiten

Bremsscheiben ersetzen
Bremssättel überholen oder ersetzen
Bremsschläuche durch Stahlflex-Schläuche ersetzen
Bremsleitungen?
Bremsbeläge, -flüssigkeit
Radlager ersetzen
Stoßdampfer vorne und hinten ersetzen
Achsvermessung
Räder aufarbeiten
Neue Reifen
Abgasanlage erneuern
Zahnriemen ersetzen
Spannrolle
Kühler aufarbeiten oder Neuteil
Wasserpumpe überarbeiten
Benzinpumpe ersetzen
Benzinschläuche ersetzen
Motor prüfen (Kompression, Kopfdichtung)
Motorservice (Zündkerzen, Öl, Kühlflüssigkeit, eventuell Ölwanne reinigen, usw)
Getriebeöl?
Domaufnahme Beifahrerseite vorne, Rost
Rost Schweller
Rost Endspitzen
Diverse kleine Roststellen (C-Säule, Motorhaube vorne Beifahrerseite, Rücklicht Fahrerseite, Kotflügel hinten Beifahrerseite, Tankdeckel, Diverse keine Stellen mit Oberflächenrost an der Fahrzeugunterseite, Fahrertür innen, Beifahrertür außen)
Stoßfänger vorne richten
Spiegelgehäuse links und rechts aufarbeiten
Scheinwerfer Fahrerseite
Pininfarina-Symbole auf den Flanken neu beschaffen
Nachlackieren

Innenraum:
Himmel ausbauen, reinigen, neu befestigen
kleine optische Mängel an der Mittelkonsole beseitigen
Fahrersitz Rücklehne austauschen
Spiegelverstellung Beifahrerseite austauschen

Scheinwerferschaltung auf Relais umbauen, um den Lenkstockhebel zu entlasten
USB-Ladebuchse einbauen
Radio austauschen gegen Blaupunkt Frankfurt DAB+ Bluetooth

21.12.2022 – Technik

Da mir ja der Platz für eine Hebebühne immer noch fehlt, habe ich den Wagen in die Werkstatt meines Vertrauens gebracht, und wir haben den Samstagvormittag für eine Sichtprüfung von unten genutzt.

Motor und Getriebe sind trocken. Der Kühler ist verrostet, wahrscheinlich eine Folge des Wasseraustritts, der den Wagen stillgelegt hat. Er muss ersetzt werden. Wie es im Motor aussieht, muss ein Kompressionstest zeigen.

Die Abgasanlage, insbesondere der vordere Schalldämpfer stark verrostet. Hier ist Ersatz angesagt, am besten in Edelstahl, falls zu bekommen.

Die Benzinpumpe leckt. Und natürlich muss die komplette Bremsanlage überarbeitet werden, Wo vorhanden, werden Neuteile eingesetzt. Die Stoßdämpfer sind auch schon vierzig jahre alt und damit ein Kandidat für einen Kompletttausch.

Das Fahrwerk sieht sonst weitgehend gut aus. Alle Räder müssen aufbereitet werden.

05.11.2022 – Karosserie

Nach dem Waschen präsentiert sich die Karossiere auf den ersten Blick passabel. Allerdings hatte der Wagen schon, als er abgestellt wurde, einige Roststellen, und die sind natürlich nicht von selbst verschwunden.

Alle diese Stellen sind schon seit zwanzig Jahren vorhanden und haben sich nicht grundsätzlich verschlechtert.

Die einzige Stelle, die neu sein könnte, ist die Roststelle auf der Beifahrerseite vor dem Hinterrad. Aber auch da bin ich mir nicht sicher.

Der Unterboden selbst sieht gut aus.

Grundsätzlich sieht alles aber lösbar aus.

Der Lack ist rundherum ein einem passablen, allerdings natürlich nicht neuwertigen Zustand. Eine intensive Politur wird dafür neuen Glanz unter Beibehaltung des Patinas sorgen.

Alle Leuchteinheiten sind, bis auf den Scheinwerfer auf der Fahrerseite, ohne Mängel. Und für den gibt es Ersatz am Schlachtfahrzeug.

Der Scheinwerfer aus dem Schlachtfahrzeug.

Die Gummileisten, die Edelstahlleisten an den Fenstern, die Glasscheiben und die Stoßfänger sind soweit in Ordnung, erfordern aber eine Auffrischung. Der vordere Stoßfänger muss gerichtet werden.

Von den beiden Pininfarina-Emblemen sind die Einsätze abgefallen. Sie wieder einzusetzen ist sinnlos, da sie deutliche Altersspuren haben. Hier müssen Neuteile her, da auch der Schlachter nur ein brauchbares liefert.

05.11.2022 – der Innenraum

Nachdem der Kunststoffreiniger viele Lagerspuren der letzten 20 Jahre beseitigt hat, präsentiert sich der Innenraum besser, als man es hätte vermuten können.

Das Armaturenbrett und die Instrumente sind optisch in Ordnung, nach Einschalten der Zündung melden sich alle Kontrollleuchten.

Die Türverkleidungen sind, bis auf einige kleine herunterhängende Fäden, in sehr gutem Zustand.

Die Warnleuchte auf der Beifahrerseite bleibt allerdings dunkel. Und es gibt eine Roststelle an der Fahrertür.

Der Fahrersitz ist im unteren Bereich der Rückenlehne verschlissen, aber das entsprechende Teil aus dem Spenderfahrzeug sieht besser aus.

Sonst sehen die Sitze noch recht gut aus.

Etwas größere Sorgen macht die Mittelkonsole. sowohl der kleine Ledersack am Schalthebel als auch der an der Handbremse haben Löcher. Wenn das Schlachtauto keine besseren Teile liefert, wird die Lösung dieses Problems mit Aufwand verbunden sein, da die Teile mit der Konsole vernäht sind. Zudem muss bei Neuteilen auch der Farbton getroffen werden. Es kann also sein, dass hierfür reichlich Geld zum Sattler fließend wird.

Der kleine Schalter für den nachträglich eingebauten rechten Außenspiegel ist verrostet. Er passt auch nicht zum Originalschalter, was mich vor zwanzig Jahren schon gestört hat. Der Blaue Lancia wird da wohl brauchbaren Ersatz liefern.

Da Radio im Gamma ist ein altes Stück. Wenn ich mich recht erinnere, war da das eingebaut, das jetzt im Z1 seinen Dienst verrichtet und das hier montierte diente nur als Platzhalter, um keine Lücke im Armaturenbrett zu haben. Das wird durch eines der Retro-Blaupunkts mit DAB+ und Bluetooth ersetzt.

Und dann hängt noch der Dachhimmel durch.

03.11.2022 – Projektstart

Es ist so weit, mein letztes automobiles Großprojekt habe ich heute gestartet. Zwei wichtige erste Schritte sind erfolgreich durchgeführt, der Wagen rollt und der Motor dreht. Um ihn aus der Garage zu bekommen, war aber etwas „Überredung“ per Abschleppseil notwendig. Auch wenn ich zum Glück darauf verzichtet hatte, die Handbremse bei der Einlagerung anzuziehen, wolle sich der Wagen, nachdem das Getriebe in Leerlaufstellung war, nicht bewegen lassen. Ein langes Abschleppseil, der Anhängerhaken meines E61 Touring und ein kräftiger Ruck haben das Problem dann schnell gelöst. Um den Motor vorsichtig zu testen, habe ich eine Batterie eingebaut und kurz den Anlasser betätigt. Er dreht den Motor ohne hässliche Geräusche, auf einen Startversuch habe natürlich verzichtet, dafür sind wichtige Vorbereitungen am Motor und der Kühlung erforderlich.

Damit ist die Voraussetzung für eine gründliche Erfassung aller Probleme fast gegeben, fehlt nur noch die Grundreinigung:

Der Kärcher im Einsatz, dazu Motorreiniger, eine große Rolle Papier, Schwamm, Eimer, Bürste …

Nach einer intensiven Entfernung aller Schmutzpartikel, Nussresten, Blättern und Lindensamen (wie ist das alles ins Auto gelangt, es stand doch in der Garage?) vielen Litern Waschwasser, dem großzügigen Einsatz von Kunststoffreiniger im Innenraum und Motorreiniger, der per Pinsel in alle Ecken und Lücken des Motorraums verteil wurde, ist das Auto nun einigermaßen sauber.

Die Untersuchung des Patienten kann beginnen.

03.08.2021 – Der Teileträger

Neulich meldete sich mein Freund Marco aus Luxemburg, er habe da ein Lancia Gamma Coupé bei einem bekannten Händler gefunden, dass dort nur im Wege stände und weg müsse. Es sei für 1500€ inseriert und wäre möglicherweise der perfekte Teleträger für mein Gamma Coupé-Projekt. Er hatte vollkommen recht. Einer der >Gründe, warum ich mich bisher nicht dazu entschließen konnte, den Wagen wieder auf die Straße zu bringen, war die schwierige Teileversorgung, bei nur rund 2500 gebauten Exemplaren und dem fehlenden Engagement des Herstellers keine Überraschung. Also habe ich ihn gebeten, sich den Wagen einmal näher anzuschauen.

Die Bilder, die er mir dann schickte, sahen vielversprechend aus. Der Wagen war vollständig und kritische teile wie die Leuchten, die Gläser und sogar die Innenausstattung, in der gleichen Farbe wie bei meinem, alleine rechtfertigten, sich den Wagen zu holen. Da Marco den Preis schon auf 1000€ heruntergehandelt hatte, war klar, der wird gekauft.

Also habe ich mir mal wieder einen Transportanhänger gemietet und bin mit Rainer bis ins luxemburgisch-französisch-belgische Dreieck bei St. Martin gefahren, habe ihn aufgeladen und dann quer durch die Eifel nach Linz gebracht. Der BMW E61 hat sich als überraschend genügsames Zugfahrzeug gezeigt, mit knapp zwei Tonnen Gewicht am Haken und über die Eifelautobahn mit ihren starken Steigungen verbrauchte er rund 11 Liter auf 100km.

Aufladen …
In Luxemburg nachtanken für die Tour durch die Eifel.

In Linz stand dann erst einmal eine Grundreinigung an. Bei der Gelegenheit habe ich auch gleich die Garage, in der mein Gamma seit rund 220 Jahren ruht, geöffnet, mit der bangen Erwartung, dass sich der Rost groß über das Auto ausgebreitet hat. Tatsächlich war er nur sehr schmutzig, sonst sah er noch gen also aus, wie ich ihn damals geparkt habe. Die Wiederbelebung wird sich folglich auch die Überarbeitung der Technik (Bremsen, Bremsleitungen, Kühlwasserschläuche, Benzinleitung, Zylinderkopfdichtung etc) beschränken. Nur die Außenschweller sollten auch ersetzt werden, da sie keine Durchrostungen haben, und hier und da muss aufpoliert und wegen kleinerer Kratzer nachlackiert werden. Das ist machbar.

Das kritische Thema ist ja der Motor mit seinen Besonderheiten. Aber ich habe nun drei davon auf Lager, einen mit rund 90.000km Laufleistung, da werde ich wohl zwei gute draus machen können.

Der Teileträger wird zerlegt, die Teile werden aufgearbeitet und, fass sie besser sind als bei meinen, dir eingearbeitet. Aus der Lancia-Gamma-Szene sind auch schon Anfragen eingetroffen, das investierte Geld werde ich sicher mehrfach wieder reinbekommen – wenn man bedenkt dass die Windschutzscheibe schon vor 25 Jahren um 1600 Euro gekostet hat.

Die Geschichte meines Gamma Coupés

Hervorgehoben

Nachdem der Pininfarina Spider Volumex, den ich mir Anfang 1986 gegönnt hatte, schon bei Nässe ein recht herausforderndes Fahrverhalten zeigte und ich immer noch regelmäßig nach München pendeln musste, war klar: Ich brauche ein Winterauto.

Eigentlich war ich ja auf der Suche nach einen Fahrzeug in der 2000DM-Klasse, aber da stand dieses Lancia Gamma Coupé mit nur 40.000km Lauflistung beim Fiat-Händler in Neuwied. Wie hätte ich da widerstehen können? Zudem hatte der Lancia ja sogar Frontantrieb, er war somit also ideal für den Winterbetrieb. Dazu kam, dass es ein Auto aus der zweiten Serie war, die bekannten Motorprobleme sollten da gelöst sein. Einziger Nachteil: statt den geplanten 2000DM waren nur 14.000DM fällig. Das hat zwar mein Sparschein deutlich magerer werden lassen, dafür hatte ich aber den nächsten Exoten und den zweiten Pininfarina.

So einiges musste doch noch gemacht werden: Ein Radio fehlt, die Verkabelung musste an die Hirschmann-Automatik-Antenne angepasst werden und rechter Aussenspiegel kam auch noch hinzu.

Ich habe den Wagen schließlich zwei Jahre lang täglich benutzt. Da mein Fahrzeug aber wie viele anderen an den typischen Lancia-Gamma-Fehlern leidete, zu niedriger Öldruck-trotz verbessertem Motor, einlaufende Nockenwellen, leichte Korrision, hängende Türen, verschliessene Polster, habe ich ihn nur noch selten genutzt und 11.8.1999 mit 147.000km Laufleistung in der Garage abgestellt – und dort nun über 20 Jahre stehen lassen. Die wachsende mechanische Instabilität und der Wunsch, wieder ein offenes Auto für den Alltag zu haben, führten nämlich dazu, dass die Flotte1988 um ein BMW E30 320i Cabrio ergänzt wurde – ein Muster an Zuverlässigkeit, wie sich über die Jahre zeigte.

Jetzt hat die Wiederbelebung begonnen.